Naturparadies Kangaroo Island oder doch Friedhof der Kuscheltiere?


Die Käguruinsel ist ein beliebtes Ziel bei Touristen aus der ganzen Welt.
Versprochen wird ein Naturparadies mit idyllischen Plätzen zum Entspannen.... das alles hat natürlich seinen Preis! Ist Kangaroo Island das Geld wert oder ist es doch nur eine gut organisierte Touri-Abzocke....???

Ein nicht seltener Anblick auf der idyllischen Insel


Die Anreise auf die berühmte Insel vor der Küste Südaustraliens ist mit der Fähre von Cape Jervis aus möglich oder mit dem Flugzeug.
Eine Übersicht der Fährzeiten und Preise findet man hier.
Manchmal gibt es auch Special-Angebote die bereits Übernachtungen etc. enthalten.
Die Überfahrt an sich ist mitunter schon ein Abenteuer. Angefangen bei dem Verladen der Fahrzeuge. So mancher Tourist stößt hier bereits an seine Grenzen wenn er sein riesiges Wohnmobil, zentimetergenau, zwischen überdimensionale Trucks parken muss. Bestenfalls rückwärts und der Lenker ist ja auch noch auf der falschen Seite - oh Schreck. Ein Vergnügen besonderer Art diesem Verlade-Spektakel beizuwohnen.
Die Überfahrt dauert ca. 40 Minuten und der ein oder andere fängt bereits hier an zu Zweifeln ob es das viele Geld wert war, während er über der Reling hängend die Fische füttert.

warten auf die Überfahrt


Sonderangebot oder Abzocke? 

Wir haben drei Übernachtungen - Dank eines Schnäppchens - auf dem Western Caravan Park & Wildlife Reserve gebucht.
Das "Sonderangebot" enthielt die Überfahrt mit dem großen Eisendampfer für unseren Campervan
+ 2 Personen sowie eben diese drei Übernachtungen auf dem Campground (powered site).
Es handelte sich um einen "super-last-minute-deal" und somit haben wir nur 300,00 € bezahlt.
Der Normalpreis wäre 490,00 € gewesen! Ich muss gestehen, den regulären Preis hätte ich nicht bezahlt!


Unterkunft


Der Caravan Park ist wirklich sehr schön. Die Ausstattung ist super! Angefangen bei einem kleinen Shop in dem man lebenswichtige Dinge wie Bier, Wein, Brot und Insektenspray bekommt, bis hin zu einer urgemütlichen Campkitchen ist hier alles vorhanden. Bei Familien ist der Park auch sehr beliebt da es einen tollen Spielplatz gibt. Das absolute Highlight ist aber wohl die Tierwelt mit der man sich quasi den Platz teilt. Der Koala Walk ist sehr lohnenswert!
Unser mobiles Zuhause haben wir unter einem großen Eukalyptus-Baum geparkt, somit diente es dem Koala der diesen Baum bewohnte ab sofort als Toilette. Getreu australischer Freundlichkeit kam er natürlich gegen Abend von seinem Baum geklettert und begrüßte uns freundlich. Allerdings war er wirklich der erste Australier der uns kein Bier angeboten hat, schon merkwürdig diese Koalas.
Später am Abend kamen auch noch Possums und Wallabys um zu betteln. Früh morgens wurden wir - leider - nicht von Kookaburras geweckt sondern viel mehr von unseren Stellplatznachbarn, die lauthals deutsche Kinderlieder und Reime trällerten.... ja ja gebt fein Acht, ich hab Euch etwas mitgebracht...und ratz fatz war die Naturidylle dahin. Selbst die Kookaburras sind geflohen! Gott sei Dank blieben wenigstens noch einige kreischende Kakadus (was ich als sehr angenehm empfand) und andere wunderschöne Vögel vor Ort.

Mein neuer Freund


Es gibt viel zu erkunden auf der Insel

Eukalyptus-Destillerie, eine Bierbrauerei die ihr Bier mit Mikroorganismen braut, Weingüter, Austernfarmen, Bootstouren, Wandertrails wie z.B. den 61km langen Wilderness Trail, eine Zoo in dem man Koalas etc. auf den Arm nehmen kann, Leuchtturm, den Flinders Chase Nationalpark mit den bekannten Highlights wie den Remarkable Rocks und Admirals Arch, Seal Bay Conservation Park, Höhlen, einsame Buchten und schneeweiße kilometerlange Strände und und und....
Zu beachten ist dass viele dieser "Highlights" nur über ungeteerte Straßen zu erreichen sind. Im Flinders Chase Nationalpark sind die Straßen gut und meist auch asphaltiert.
Schwimmen und Schnorcheln macht in dem kristallklaren Wasser besonders Spaß! Ich als stolzer Bayer, wurde bei der Verkostung des Bieres völlig aus der Bahn geschmissen! Davon kann ich nur abraten! Bäääähhhhh.....

Friedhof der Kuscheltiere...



Bei unserer Tour über die Insel war ich sehr schockiert über die unzähligen toten Tiere am Straßenrand. Wir kamen an eine Stelle wo 23 tote Tiere quasi auf einem Haufen lagen - das war schlimmer als Friedhof der Kuscheltiere! Ich finde es etwas fragwürdig Kangaroo Island als Naturparadies darzustellen, wo die Tiere an erster Stelle stehen und dennoch auf der "Hauptstraße" eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 kmh vorzufinden. Es gibt nicht einmal Schilder die wenigstens bei Dunkelheit um eine niedrigere Geschwindigkeit bitten wie z.B. fast an jeder Ecke auf Tasmanien! Meines Erachtens ist alles nur dafür ausgelegt die Touristengruppen die in großen Bussen umhergekarrt werden schnell von A nach B zu bringen!
Wie auch immer, bitte fahrt vorsichtig und bedächtig denn IHR befindet Euch in dem Lebensraum der Tiere und nicht andersrum! Koala und Co. kennt leider keine Verhaltensregeln im Straßenverkehr! Also Sprüche wie "... ja wenn die so dumm sind...!" oder dergleichen kann man sich getrost schenken!
Ich persönlich würde die Insel in Koala-Island umbenennen! Wir hatten Glück und haben drei Exemplare des vom Aussterben bedrohten Rosenberg´s Goanna, ein Waran der nur hier vorkommt, gesehen. Stundenlang haben wir die Seehunde, die sich in der Seal Bay und im Nationalpark tummeln, beobachtet. Spinnen und Schlangen Fehlanzeige - keine Einzige!


Lohnt sich Kangaroo Island? 

Es ist schön - ja, keine Frage. Würde ich nochmal dort hin reisen - Nein!
Es gibt viele Tiere und schöne Natur - die gibt es aber auch an vielen anderen Ecken von Australien und dass eben wesentlich günstiger! Wir haben uns relativ spontan dazu entschieden nach Kangaroo Island zu fahren, deshalb ja auch der gute Deal, aber ich persönlich muss sagen mich hat es jetzt nicht von den Socken gehauen!
Nachdem wir dann auch noch  mit einem Tour-Anbieter für Kangaroo Island ein Bierchen getrunken hatten und er uns darüber aufgeklärt hat, dass es sich bei Kangaroo Island um eine Art "Gefängnisinsel für Touristen" handelt auf denen man ihnen schön das Geld aus der Tasche ziehen kann, stand unsere Meinung fest. Ich möchte die Insel nicht schlecht reden, aber ich denke es handelt sich wirklich um eine reine Touristenattraktion! Wir haben in drei Tagen vielleicht eine Handvoll Australier getroffen und die sind alle nur wegen dem Wein oder einer Foodtour dort hin gereist.
Wer in relativ kurzer Zeit viel von der australischen Tierwelt sehen möchte, für den lohnt es sich allemal. Für den "sparsamen" Touristen ist es eher nicht zu empfehlen außer man schließt sich einer geführten Tages- oder Zweitagestour an und klappert die Highlights ab, wobei dass ziemlich stressig scheint und keinerlei Zeit für unabhängige Entdeckungstouren lässt.

Fazit: Wir hatten eine gute Zeit zu einem guten Preis.

Tipp für Selbstfahrer: Klärt mit Eurem Fahrzeugvermieter VORAB ob ihr das Auto / Wohnmobil auf die Insel überführen dürft und ob ihr dann auch versichert seid!

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Weitere Infos für Kangaroo Island HIER

Hier noch einige Impressionen von unserer guten Zeit auf der Känguru Insel 


SEAL BAY

wildes Treiben in der Brandung 

muss Liebe schön sein

wo gehen wir denn jetzt schon wieder hin?

Pascha!

Toben im kühlen Nass

und Sprung

hat mich wer gerufen?

Ich bin ein Schnitzel

schrei mich nicht so an...

Küsschen und wieder vertragen

gefährliche Brandung

komme ich zu spät?



Kangaroo Island Brauerei

voll motiviert - VOR der Verkostung! 



noch freut er sich auf ein kühles Bier *lach* 

da war die Freude dahin ;-)


Remarkable Rocks


















Admirals Arch



Hier kann man auch jede Menge Seehunde beobachten - manchmal sogar Orcas







Weitere Schnappschüsse 









chillen auf höchstem Niveau



Zuckerschock!










etwas skeptisch guckt er ja schon

Pelican Point




Rochen 

Ein Strand schöner als der andere

na wer von Euch wäre jetzt gerne dort?

ohne Worte

Salzsee

der bekannte Oyster Fram Shop - naja, Öffnungszeiten werden überbewertet!


die Straßenbauer waren wohl betrunken

Wunderschöne Rückblicke ;-) 

Lunch im Bush - was gibt es Schöneres?

35 ° Celsius - Gott sei Dank gibt es viele Möglichkeiten sich abzukühlen

Gott sei Dank haben wir unser Zuhause immer dabei! I love it! 



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