Ein lebendes Fossil - oder das merkwürdigste Tier der Welt

Das Schnabeltier - ein Ursäuger der besonderen Art






Das wohl merkwürdigste Tier dieser Welt ist der Platypus - das Schnabeltier, dass ein wahres Wunder der Evolution ist und viele Besonderheiten aufweist.
Es ist ein Kloakentier, ein Eier legendes Säugetier. Der nächste Verwandte ist der Schnabeligel oder Ameisenigel, der Echidna. Beide Tiere findet man in Australien.
Sie bevorzugen sauberes Süßwasser. Die dichteste Population an Schnabeltieren lebt auf Tasmanien.
Viel unberührte Wildnis, etliche Seen und Flüsse schaffen den perfekten Lebensraum für die Tiere.
Nahezu jeder Fluss - und Bachlauf wird von mehreren Tieren bewohnt. Leider ist auch das Schnabeltier auf der Liste gefährdeter Tierarten zu finden und so gibt es in Australien einige Zucht - und Auswilderungsprogramme die sich auf den Erhalt der witzigen Tierchen spezialisiert haben.

Wenn man Schnabeltiere beobachtet könnte man fast denken es handelt sich um eine Mischung aus Ente und Biber. Mit ihrem flachen Körperbau gleiten sie lautlos durch das Wasser. Ihr braunes Fell ist wasserabweisend und die Schwimmhäute zwischen den Zehen ermöglichen ein müheloses vorankommen.
Platypuse sind zwischen 30 und 40 cm groß und der Schwanz ist nochmals ca. 10 - 15 cm lang und dient als Fettspeicher.
Männchen werden rund ein Drittel größer als die Weibchen. Es gibt zierliche Exemplare die nur rund 500 g auf die Wage bringen aber manchmal werden die Männchen bis 2,5 kg schwer.
Sie verfügen lediglich über eine Öffnung, die sogenannte Kloake, in der sich beide Ausscheidungsorgane sowie die Geschlechtsorgane befinden.
Eine Besonderheit stellt auch noch die niedrige Körpertemperatur von ca. 32°C dar. Warum dass so ist, konnte man bis heute nicht feststellen.

Jäger der Superlative



Schnabeltiere sind nachtaktive Fleischfresser. Bei der Geburt verfügen sie über Backenzähne die sie aber verlieren. Mit Hornplatten in ihrem Schnabel zermahlen sie die Nahrung sorgfältig. Die Nahrungsaufnahme erfolgt schwimmend und unter Wasser. Mit Ihrem Schnabel drehen sie Steine um und durchsuchen den Schlamm nach Insektenlarven, Würmern und kleinen Krabben. Ein Tauchgang dauert bis zu zwei Minuten bevor das Schnabeltier wieder an die Wasseroberfläche zurück kommt um Luft zu holen. Während sie tauchen, sind die Augen geschlossen. Zwei verschiedene, hoch entwickelte Rezeptorensysteme am Schnabel weisen ihnen den Weg zur Beute. Mit den Elektro-Rezeptoren werden die elektromagnetischen Felder, die die Beutetiere durch schwächste Muskelbewegungen erzeugen, wahrgenommen. Bei den Mechanorezeptoren handelt es sich um Tastkörperchen die ganz feine Strömungs- und Wellenbewegungen wahrnehmen.
Beide Rezeptorensysteme arbeiten eng zusammen und somit können die Tiere den Auftenthaltsort sowie die Entfernung der Beute exakt abschätzen. Es handelt sich hierbei um eines der höchst ausgebildeten und effektivsten Systeme im Tierreich. Wie ein Hamster wird die gefundene Nahrung in den Backentaschen verstaut und bei Rückkehr an die Oberfläche vertilgt.

Eines der wenigen giftigen Säugetiere

Die Männchen verfügen über Giftdrüsen im Hinterleib sowie einen ca. 15mm langen Giftsporn an den Hinterbeinen.
Bei der Geburt finden sich auch bei den Weibchen Spornanlagen, diese verlieren sie aber in den ersten 12 Monaten. Studien zufolge wird das Gift ausschließlich während der Paarungszeit produziert und somit geht man davon aus, dass es vorwiegend bei Kämpfen um ein Weibchen eingesetzt wird.
Allerdings werden auch, bis zu fünf Menschen jährlich, gestochen. Es ist sehr schmerzhaft und kann dauerhafte Schäden in Nerven und Gewebe hinterlassen. Teilweise müssen die Opfer ein Jahr oder länger im Krankenhaus bleiben um den starken, lang anhaltenden Schmerzen entgegen zu wirken.

nicht leicht zu entdecken 


Familiäre Einzelgänger

Die Tiere leben in Erdhöhlen an Uferböschungen knapp über der Wasseroberfläche wobei der Eingang mit Pflanzen verdeckt ist. Für den Fall einer Überflutung einer Höhle, hat jedes Tier etwa  vier bis fünf Wohnbauten um einen sicheren Rückzugsort zu gewährleisten. Die Männchen verteidigen ihr Territorium bis aufs letzte wobei einige Weibchen darin geduldet werden. Von Juli bis Oktober ist Paarungszeit. Der Akt der Liebe findet im Wasser statt wobei das Weibchen das Männchen zärtlich umgarnt. Zur Aufzucht der Jungen, an dem sich das Männchen nicht beteiligt, gräbt das Weibchen, ein bis zu 20m langen Gang mit einem größeren "Kessel" am Ende, in die Erde.
Mit Pflanzenteilen wird der Kessel weich und warm ausgepolstert. Für den Transport klappt die Schnabeltierfrau den Schwanz nach vorne und klemmt das Nistmaterial so zwischen ihm und dem Rumpf fest.
Nach 11 - 14 Tagen legt das Weibchen zwei bis drei weiße Eier mit weicher Schale, die an Reptilien- oder Vogeleier erinnern. 
Nach einer 10-tägigen Brutzeit kommen die Mini-Platypuse völlig nackt und mit geschlossenen Augen auf die Welt. Mit einer Größe von gerade einmal 25mm müssen sie jede Menge Milch trinken um schnell zu wachsen. Die Mutter hat keine Zitzen. Umgewandelte Schweißdrüsen im Brustbereich, das sogenannte Milchfeld, ist für die Milchproduktion verantwortlich. Die Babys lecken die Milch vom Fell der Mutter. Nach etwa fünf Monaten verlassen die Jungtiere erstmals den Bau, werden aber weiterhin von der Mutter ernährt. Wenn die Mutter bereit ist zur nächsten Paarung werden die Nachkommen vertrieben. Während der Aufzuchtzeit toleriert das Männchen bis zu fünf Weibchen und die Jungtiere in seinen Territorium. 

Dem Fossil ganz nah


Alles in allem sind Schnabeltiere faszinierende Wesen aus einer anderen Zeit und jeder sollte sich für den Schutz dieser tollen Tiere stark machen. Die besten Chancen eines der scheuen Tiere, in freier Wildbahn, zu beobachten hat man in Tasmanien.
Ein tolles Informationszentrum über Kloakentiere findet man in Beauty Point auf Tasmanien.
Das  Platypus House  - hier kommt man Platypus und Echidna ganz nah!
Ein Besuch ist unbedingt empfehlenswert, da man die Tiere hier toll beobachten kann und jede Menge Infos mit nach Hause nimmt!

Hotspots - mit Schnabeltier-Sichtungsgarantie

Ihr müsst geduldig sein und Euch ruhig verhalten denn die Tiere sind sehr scheu!

Waratah - Tasmanien


Waratah - Tasmanien
Cradle Moutain - Lake St. Clair Nationalpark - Tasmanien
Mount Field Nationalpark - Tasmanien
Deloraine - Tasmanien
Latrobe - Tasmanien 
Eungella Nationalpark - Queensland
Hidden Valley Cabins - Queensland
Bombala - NSW
Lake Elizabeth - VIC

Hier noch ein kleines Video
Bitte in HD anschauen!




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